Schmierfette sind feste oder halbflüssige Produkte einer Dispersion aus einem eindickenden Stoff in einem flüssigen Schmierstoff. Durch Abgabe einer hinreichenden Menge von flüssigem Schmierstoff durch langsame Separation sollen sie Reibung und Verschleiß über weite Temperaturbereiche und über lange Zeiträume verhindern. Gleichzeitig dienen sie der Abdichtung gegen Wasser und Fremdpartikel. Schmierfette werden z.B. zur Schmierung von Maschinenelementen wie Wälz- und Gleitlagern, Förderketten und -seilen sowie Getrieben eingesetzt.
Metall- und Alkaliseifen als Verdicker
Der Einsatz fertiger Metall- und Alkaliseifen vermeidet die kritische Reaktionsphase bei der Fettherstellung. Die Seifen werden in der Basisflüssigkeit gelöst, geringe Mengen an Restfeuchtigkeit werden dabei ausgetrieben. Durch spezielle Temperaturführung wird die Fettstruktur dargestellt, dann erfolgt die mechanische Bearbeitung (Additiv-Zugabe, Mahlung, Entlüftung etc.). Je nachdem, welche Fetteigenschaften gewünscht werden, können die Metallseifen einzeln oder in Kombination eingesetzt werden. Fertige Metallseifen sind besonders vorteilhaft in Verbindung mit Esterölen als Basisflüssigkeit.
LIGA LITHIUM-12-HYDROXY-STEARAT
LIGA LITHIUMSTEARAT
Wichtigste Seifengrundlage für die Herstellung von Schmierfetten. Angewendet in Mineralöl, Pflanzenöl (z.B. Rizinusöl, Rapsöl) oder in synthetischen Basisflüssigkeiten (z.B. Esteröle, PAO). Die Einsatzmenge für NLGI-Klasse 2 beträgt etwa 8-10%.
Lithiumfette sind bevorzugte Schmierstoffe für praktisch alle Wälzlagertypen im Arbeitsbereich zwischen -40 und +140°C, aber auch gut geeignet für Gleitlager, Gelenke, Gleitschienen usw. Sie zeichnen sich durch gute Haftfähigkeit und guten Korrosionsschutz aus. Sehr hohe Walkbeständigkeit und Tropfpunkte von 200°C erreicht man durch den Einsatz von LIGA LITHIUM-12-HYDROXYSTEARAT. Mit LIGA LITHIUMSTEARAT erhält man Fette für geringere mechanische Belastung wobei sich Tropfpunkte bis etwa 180°C realisieren lassen.
LIGA CALCIUM-12-HYDROXY-STEARAT
LIGA CALCIUMSTEARAT 600
LIGA CALCIUMSTEARAT 800
LIGA CALCIUMBEHENAT
LIGA CALCIUMLAURAT
Für die Herstellung von Kalkfetten der NLGI-Klasse 2 werden etwa 15-18% Seifenanteil benötigt. Als Basisflüssigkeiten werden hier hauptsächlich Mineralöle und Pflanzenöle (Raps, Rizinus) verwendet. Die Anwendungstemperatur dieser Fette liegt zwischen -35 und +60°C. Gutes Haftvermögen und sehr gute Wasserbeständigkeit sind die hervorragenden Eigenschaften. Mit LIGA CALCIUM-12-HYDROXYSTEARAT werden Tropfpunkte um 130°C erreicht, mit LIGA CALCIUMSTEARAT 600 und 800 um etwa 100°C, wobei die Type 600 eine höhere Alkalireserve für besseren Korrosionsschutz bietet. Durch Kombination mit LIGA CALCIUMBEHENAT und -LAURAT lassen sich Fetteigenschaften wie Festigkeit und Tropfpunkt beeinflussen.
LIGA NATRIUMSTEARAT R/D
Durch Einsatz von ca. 15% LIGA NATRIUMSTEARAT R/D in geeigneten Grundölen auf mineralischer, natürlicher oder synthetischer Basis (siehe Lithiumfette) werden Natronfette der NLGI-Klasse 2 hergestellt mit Tropfpunkten zwischen 160 und 180°C. Charakteristische Eigenschaften dieser Schmierstoffe sind gutes Haftvermögen und die Fähigkeit, geringe Wassermengen zu emulgieren, was wesentlich zu ihrem besonders guten Korrosionsschutz beiträgt. Die Walkstabilität der Natronfette ist eher mäßig. Ihr Temperatureinsatzbereich reicht von -30 bis +120°C.
LIGASTAR AL TR
LIGASTAR AL DT
LIGASTAR AL D2
LIGASTAR AL D3
Seifengrundlage für die Herstellung von Aluminiumfetten auf Mineralöl-, Pflanzenöl- oder synthetischer Basis.
LIGASTAR AL TR und DT besitzen schwach quellende Eigenschaften und werden für sehr weiche oder halbflüssige Fette mit höchster Geschmeidigkeit und Transparenz verwendet (Tropfpunkt <65°C). Die Einsatzmengen liegen zwischen 4 und 10%.
LIGASTAR AL D2 und D3 ergeben konsistente Fette mit Tropfpunkten um 80°C. Das Quellmaximum liegt beim Produkt D2. Die Einsatzmengen betragen 6-8% zur Erreichung von NLGI-Klasse 2, je nach Grundöl.
Aluminiumfette sind grundsätzlich transparent, geschmeidig und von guter Haftfähigkeit. Sie besitzen sehr guten Korrosionsschutz, sind allerdings nur von mäßiger Wasserbeständigkeit. Die untere Anwendungstemperatur liegt bei -30°C. Produkte auf Komplexseifen-Basis können bis ca. +150°C eingesetzt werden.
Fettsäuren als Verseifungsgrundlage
Die Fettsäuren werden in der Basisflüssigkeit gelöst und durch Zugabe der wässrigen Lösung des entsprechenden Hydroxids verseift, Lösungs- und Reaktionswasser werden ausgetrieben. Danach folgt durch spezielle Reaktionsführung die Strukturbildung des Schmierfettes, dann die mechanische Bearbeitung. Je nachdem, welche Fetteigenschaften gewünscht werden, sind die Fettsäuren einzeln oder in unterschiedlichen Mischungen einsetzbar. Werden als Basisflüssigkeiten Pflanzenöle oder synthetische Ester eingesetzt, ist die Reaktionsphase sehr sorgsam zu führen, um eine mögliche Konkurrenzreaktion mit der Basisflüssigkeit zu vermeiden. Beim Einsatz fertiger Metall- und Alkaliseifen besteht dieses Risiko nicht.
LIGALUB FSO
12-Hydroxystearinsäure
LIGACID SG 3
technische Stearinsäure, Jz max. 3, Sackware
LIGACID SG 10-12
technische Stearinsäure, Jz 10-12, Sackware
LIGACID SF 3
technische Stearinsäure, Jz max. 3, Tankzug
LIGACID SF 10-12
technische Stearinsäure, Jz 10-12, Tankzug
Esteröle als Basisflüssigkeiten
Zur Herstellung biologisch schnell abbaubarer Schmierfette werden an Stelle von Mineralölen pflanzliche oder synthetische Esteröle eingesetzt. Diese Produkte haben gegenüber Mineralölen deutliche Vorteile hinsichtlich Schmierleistung, Korrosionsschutz, Viskositäts/Temperatur-Verhalten und eben biologischer Abbaubarkeit. Schwächen bestehen jedoch naturgemäß bei der thermischen und hydrolytischen Stabilität. Es lässt sich aber sagen, dass synthetische Ester in dieser Hinsicht und unter dem Aspekt konstanter Qualität den Pflanzenölen deutlich überlegen sind. Zur Erzielung unterschiedlicher Produkteigenschaften können alle LIGALUB Esteröle miteinander gemischt werden.
LIGALUB 9 GE
Natürliches Rizinusöl. Einsetzbar als höherviskoses Basisöl mit hervorragenden Schmiereigenschaften, allein oder gemischt mit anderen Esterölen. Besitzt gegenüber Rapsöl deutliche Vorteile hinsichtlich Schlammbildung und Verharzung.
LIGALUB 9 GE-H
Gehärtetes Rizinusöl. Als Mischungskomponente mit erhöhter Oxidationsstabilität.
LIGALUB 18 TMP
Trimethylolpropan-Trioleat. Synthetischer Ester mit guter Hydrolysestabilität. Erhältlich auch auf rein pflanzlicher Basis sowie in verschiedenen Viskositätsklassen.



